Gesellenstückbau „Frästisch“

Gesellenstückbau „Frästisch“

Meine Arbeit mit Knochen ist eher ein Hobby, da ich Tischler bin möchte ich hier mein Gesellenstück vorstellen.
Gebaut wird ein Frästisch in Nussbaum und ein paar Ahornteilen.

Technische Zeichnung 2
Technische Zeichnung 2

Zuerst musste die technische Zeichnung gezeichnet werden, dazu nutze ich AutoCAD welches sich generell als sehr nützlich erwiesen hat.
Der Umfang meines Gesellenstückes hat fast den Rahmen gesprengt allerdings war ich der einzige bei uns im Betrieb der die Winterprüfung ablegte, so hatte ich sozusagen freie Fahrt.

Mein Plan war es einen Frästisch für meine Festool Oberfräse zu bauen. Das ganze sollte praktisch sein aber auch Optisch gut aussehen da es bei mir zuhause stehen sollte. Und wer will sich schon ein olles spahnplattenteil in die Wohnung stellen 😛
Die Fräse sollte mittels einer handkurbel höheneinstellbar sein und ein verstellbares Anschlagslineal sollte auch her. Dazu zwei kleine Schubkästen einen Schrank und ein Regal.

Nussbaum sieht super aus und ist dazu noch hart und schwindet wenig also hab ich ich mich dazu entschieden alles was nicht direkt mit werkzeug und Maschinen in berührung kommt Aus Nussbaum zu bauen.

Genug gequatscht, jetzt erstmal ein paar Fotos vom Grobzuschnitt aller Nussbaumteile.



Weiter gehts mit der Stollenkonstruktion. Ich hab mich dazu entschieden alle Vollholzteile mittels klassischen Holzverbindungen zu verbinden, nutze also keinerlei Schrauben oder verbindungsmittel. Lediglich bei der Aufhängung des Korpus habe ich Lamellos (Formfedern) benutzt da mir sonst die Zeit davonlaufen würde.

Die Seitenteile sind im klassischen Rahmenbau gehalten und haben somit viel Zeit verschlungen, generell war die Zeit beim Bau nicht unbedingt auf meiner Seite da ich nur 94 Stunden dafür hatte. Zu allem überfluss musste ich einen Rahmen neu machen da er mir aus seltsamen Gründen zu kurz geraten ist.

Da die ganzen Seiten und Böden fertig waren konnte ich langsam damit anfangen alles anzupassen und zusammenzusetzen, das ergebnis konnte sich schon sehen lassen 🙂

Alles gut gezwungen und verleimt und weiter gehts, denn für Pausen war kaum Zeit. Eine große erleichterrung als dann alles zusammengepasst hat, Die Stollenkonstruktion habe ich mit dem Korpus verheiratet und die Schubkasteneinheit befestigt.

Als nächstes dann die Anbauteile, Tür usw. alles schön mit Messingteilen verschraubt und die Schubkästen ordentlich mittels klassicher Führung eingepasst. Das einbauen der Möbelbänder stellt dabei eine kleine Herausforderrung dar, da diese nicht einstellbar sind. Hat aber glücklicherweise alles super geklappt.

Jetzt kommen wir zum komplizierten Teil, der Liftmechanik. Mit einer übersetzung von 1:3, 3 Zahanrädern und einer Trapezgewindestange lässt sich die Oberfräse mittels Kurbel hoch und runter fahren. Die Zahnräder habe ich mit einer selbstgebauten ExcelTabelle ausgerechnet, damit das auch alles ordendlich zusammenpasst und die Zahnräder nicht haken musste ich mich da ein wenig in die Berechnungen einarbeiten. Die Gewindestange habe ich aus dem „Druckerzubehör. Das ganze läuft wirklich schön geschmeidig und erzeugt ein sehr cooles klackerndes Gereusch :D. Das Material ist eine mit Ahorn furnierte Multiplexplatte.

Genau wie die Mechanik ist auch die Arbeitsplatte aus Ahorn furniertem Multiplex. Allerdings habe ich sie fast vollflächig mit einer 10mm Aluminiumplatte beklebt. Dazu musste ich erstmal einiges an Material aus der Multiplexplatte ausfräsen.

Das Anschlagslineal ist mit knebeln befestigt und vielfältig einstellbar, ich hab noch ein paar C-Profiele mit eingebaut. Am ende war ich doch sehr zufrieden.

Mit dem Stück habe ich als Prüfungsbester bestanden und muss sagen das es sich nach mehreren Wochen Testphase doch sehr ausgezahlt hat.

Posted on: 20. Januar 2019Mo

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